ELK-Math – Effekte von heuristischen Lösungsbeispielen und Kooperationsskripts auf den Erwerb individueller und diskursiver Komponenten mathematischer Argumentationskompetenz | ![]() |
Förderung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Laufzeit:
36 Monate
Personen
Antragsteller
Mitwirkende
Projektbeschreibung
Fanden sich in traditionellen mathematischen Curricula primär Beschreibungen von fachlichen Inhalten, die der Unterricht vermitteln soll, so hat sich der Fokus in jüngerer Zeit mehr auf den Umgang mit mathematischen Inhalten verlagert, und damit auf Prozesse mathematischen Arbeitens, wie beispielsweise mathematisches Argumentieren. Dies spiegelt sich sowohl in nationalen, als auch internationalen Rahmenrichtlinien, wie den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) und den Principles and Standards des National Council of Teachers of Mathematics (NCTM), wider.
Mathematische Argumentationskompetenz beinhaltet sowohl fachspezifische, individuell-kognitive als auch fächerübergreifende, sozial-diskursive Komponenten. Bisherige Studien haben große Defizite von Lernenden bei der Entwicklung adäquater mathematischer Argumentationen gezeigt. Eine wesentliche Aufgabe der Forschung ist daher, kompetenzförderliche Lernsettings zu identifizieren, die eine Differenzierung von Lehr-Lern-Prozessen bei beiden Komponenten mathematischen Argumentierens unterstützen und fördern. Individuell-kognitiv erwiesen sich in der mathematikdidaktischen Forschung heuristische Lösungsbeispiele für derartige Probleme als besonders hilfreich. Diese bringen Ideen der mathematikbezogenen Problemlöseforschung zu heuristischen Strategien mit Eigenschaften von traditionellen Lösungsbeispielen zusammen. Auf der sozial-diskursiven Ebene konnte die Pädagogische Psychologie positive Effekte von argumentationsbezogenen Kooperationsskripts feststellen. Diese Skripts strukturieren die Phasen kooperativen Lernens, so dass die Partner in einer solchen Phase bei der Anwendung lernförderlicher Argumentationsstrategien unterstützt werden und dabei Argumentationskompetenz auf einer sozial-diskursiven Ebene erwerben. In diesem interdisziplinären Projekt werden die aus beiden Disziplinen entwickelten instruktionalen Unterstützungen kombiniert und hinsichtlich der Förderung der Argumentationskompetenz bei angehenden Lehrerinnen und Lehrern untersucht.
In einer ersten Studie wird die Wirkung heuristischer Lösungsbeispiele und argumentationsbezogener Kooperationsskripts sowie ihrer Kombination auf den Erwerb fachspezifischer, individuell-kognitiver und fächerübergreifender, sozial-diskursiver Komponenten mathematischer Argumentationskompetenz untersucht. Zwei weitere Studien sollen klären, inwieweit die Wirkung optimiert werden kann, wenn es Lernenden ermöglicht wird, das Ausmaß instruktionaler Unterstützung an ihre Bedürfnisse anzupassen.
